Folk in de Werdschafd
Waldzithersaite
Tullamore Two
   
 



Die erste Waldzither sah ich vor einigen Jahren auf dem Musiker-Flohmarkt eines großen Musikladens. Diese seltsame Mandola mit neun Saiten war allerdings so kaputt, dass sich ein Erwerb schlicht verbot.
Später habe ich dann etliche Waldzithern aus der "E-Bucht" gefischt. Vierzig bis fünfzig Instrumente werden wohl durch meine Hände gegangen sein. Rund zwanzig Waldzithern sind aktuell Teil meiner kleinen Zupfinstrumenten-Sammlung.
2008/2009 kaufte ich die ersten gebrauchten Waldzithern - eine "Meinel & Herold - Nr. 974", eine "Dofra" - bis heute meine Lieblings-Waldzither, meine erste "Original Hopf" und eine "Meinel & Herold - Nr. 978" (Bild: Raab).

"Die Waldzither ist ein Mittelding zwischen Mandoline und Gitarre; es ist darauf das einzelne Melodiespiel, das Spiel mit Akkordbegleitung, das Mandolinenspiel mit Akkordbegleitung und die Gitarrenspielart möglich.
Die Erlernung ist jedem Laien nach unserer Selbstlernschule spielend leicht möglich."
(Meinel & Herold, Klingenthal/Sa., Hauptkatalog Nr. 39 - ca. 1938)

(Bild: R. Roth)

"Ein besonderer Vorteil der Waldzither ist der, daß man auf derselben nicht nur Melodie (Zither, Mandoline, Cimbal), sondern auch Lautebegleitung (Guitarre) spielen kann." 

C. H. Böhm
(1919)

(Bild: R. Roth)

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Meine erste Meinel & Herold Waldzither
Nr. 974 hatte nur acht intakte Mechaniken und wurde deshalb zur Tenor Mandola (cc,gg,dd,aa) "umgebaut".

(Bild: R.Roth)

meine zweite
"Meinel & Herold  - Nr. 974"

(Bild: R. Roth)

meine zweite
"Meinel & Herold
- Nr. 978" habe ich zu einer Goldenen Hochzeit
verschenkt
(Bild: R. Roth)

Die Nr. 978 von hinten.

(Bild: R. Roth)

Nr. 974
Nr. 978
Nr. 974

(Bild: R.Roth)

von hinten

(Bild: R. Roth)

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fünf alte -

3 x "M. & H.",

 2 x ."BÖHM"

(Bild: R. Roth)

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Mit der "Dofra" bei der adventlichen Stubnmusi.

(Bild: F. Krichbaum)

Hier kommt die Günter Penzel Waldzither zum Stubnmusi-Einsatz.

(Bild: F. Krichbaum)

Die X-Mas Band der Schülerhilfe mit der "Dofra" und Xylophonen, Glockenspielen, Blockflöten, Melodica und Triangel - die mögen alle C-Dur!

(Bild: Raab)

Vorweihnachtliches Waldzithern in der Schulkindbetreuung - mit meiner "Dofra" und Paddy, dem nervenden Schneemann.

(Bild: Raab)

Mit der "Dofra" und dem "Geiger" beim Teilnehmer-Konzert "Cister Act" des Cister-Symposiums 2017 der Freunde und Förderer der Waldzither in der Tanzgalerie Suhl.

(Bild: Waldzither e.V.)

als singender Räuber im Ruhestand bei den Felsenmeer-Erlebnistagen - die Waldzither hat gerade Pause

(Bild: Kieselbart)

Waldzither Workshop im NFH Elmstein

(Bild: S. Winkler)

im Workshop-Raum

(Bild: Folksounds Elmstein)

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Eine 14-saitige Waldzither von: "Zupf-Instrumente / Hans Hau / Ffm.-Höchst / Königsteinerstr. 98 / Tel: 12211" habe ich in meiner Sammlung. Die Einkerbungen in Sattel und Steg zeigen, dass jedem Saitenpaar und auch der tiefen C-Saite jeweils eine dickere Saite zugeordnet ist. Ich vermute eine tiefe Oktavsaite, wie bei Mandriolen.

(Bild: R. Roth)

Im Netz findet man auch 14-saitige Waldzithern von: "Hans Hau / Instrumentenbau / Schotten / im Vogelsberg". Von dem habe ich eine Flachmandoline und zwei Konzertgitarren.

(Bild: R. Roth)

Ob dieser Hans Hau zuerst in Frankfurt-Höchst und dann in Schotten im Vogelsberg Zupfinstrumente gebaut hat,

(Bild: R. Roth)

oder ob es zwei Zupfinstrumentenmacher mit dem Namen Hans Hau gab, einen in Ffm.-Höchst und einen in Schotten im Vogelsberg,

(Bild: R. Roth)

weiß ich nicht.

Über Hinweise von Menschen, die da mehr wissen, würde ich mich freuen.

(Bild: R. Roth)

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Von der Firma "Hopf" in Wehen im Taunus gingen schon neun unterschiedliche Modelle durch meine Hände. Teils mit dem Schriftzug "Original Hopf" (50er Jahre ?) teils mit dem Schriftzug "Hopf" (60er Jahre ?) auf der Decke. Sieben sind bei neuen Waldzither-Freunden gelandet. Zwei hab ich noch. Neben Modellen mit der typischen asymetrisch geschwungener Kopfplatte mit Embergher Mechanik (rechts) begegnete mir auch eine mit rechteckigem Fensterkopf (wie bei vielen Vogtländern) und eine mit Hamburger Fächermechanik (links). Meist mit Zargen und mehrteiligem gewölbten Boden. Einige  auch mit Zargen und flachem Boden, wie Gitarren oder deutsche Flachmandolinen. (Bild: R.Roth)

Auf meine Anfrage antwortete mir Dieter Hopf im März 2018: "Hallo Herr Roth, Danke für Ihr Rundschreiben und die Bilder von den Waldzithern. In den 50er und 60er Jahren haben wir noch solche Instrumente gebaut. Nicht besonders viele, aber trotzdem eine bemerkenswerte Anzahl. Das hat sich dann aber merklich verlangsamt und während der letzten 30 Jahre haben wir kein solches Instrument mehr geliefert. Schade darum, aber die heute populären Musikrichtungen verlangen nicht mehr danach. Die Mandolinen-Familie hat in den Zupforchestern ihren Platz behauptet. Viele Grüße, Dieter Hopf" (Bild: R. Roth)

Hier die typische geschwungene asymetrische Fensterkopfplatte einer "Hopf". Mir sind auch schon Waldzithern von "Dofra" und "Gewa" und auch namenlose Waldzithern begegnet, die die gleiche - oder doch sehr ähnliche - Kopfplatten haben.
Beim letzten Cister-Symposium in Suhl sagte mir eine Zupf-instrumentenmacherin: "Gleiche Kopfplattenform bedeutet gleiche Werkstatt." Ich werde mal bei den Herstellern (so es sie noch gibt) nachfragen müssen, wer da wohl für wen gebaut hat - oder ob die Fachfrau sich täuscht. (Bild: R. Roth)

Diese schöne "Original Hopf" Waldzither spielt jetzt ein Profi-Folk-Musiker aus Thüringen.

(Bild: R. Roth)

(Bild: Irish Music School im NFH Elmstein)

Beim Waldzither-Workshop in der Irish Summer School fand diese Waldzither mit der untypischen rechteckigen Kopfplatte eine neue Besitzerin.

(Bild: R. Roth)

die untypische von hinten

(Bild: R. Roth)

Auch diese Hopf fand einen neuen Besitzer.

(Bild: R. Roth)

... von hinten

(Bild: R. Roth)

die hab ich noch

(Bild: R. Roth)

... von hinten

(Bild: R. Roth)

Die spielt jetzt der Leiter des "Mandolinen-Orchesters".

(Bild: R. Roth)

... von hinten

(Bild: R. Roth)

Diese "Original Hopf" dient jetzt dem Waldzither-Verein in Suhl als Leih-Instrument für Anfänger.

(Bild: R. Roth)

Ein Akkordeon-Spieler aus Norddeutschland fand Gefallen an dieser "Hopf" Waldzither mit flachem Boden.
 
(Bild: R. Roth)

"Original Hopf" (50er ?) mit asymetrischem Fensterkopf und gesperrtem, leicht gewölbtem einteiligem Boden und "Hopf" (60er ?) mit "vogtländischem" Fensterkopf und mehrteiligem gewölbten Boden.
 
(Bild: R. Roth)

die beiden von hinten

(Bild: R. Roth)

3 "Original Hopf"

... von vorn

(Bild: R. Roth)

... von hinten

(Bild: R. Roth)

3 "Hopf"

... von vorn

(Bild: R. Roth)

... von hinten

(Bild: R. Roth)

Meine erste "Original Hopf" spielt  heute ein Waldzither-Freund aus Süddeutschland.

(Bild: R. Roth)

... von hinten

(Bild: R. Roth)

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drei neuere:

Günter Penzel (1991)

(gekaulte) Korri

Christian Sandner (2003)

alle aus dem
Vogtland (bei der Korri kann ich's nur vermuten)

(Bild: R. Roth)

Korri (top)

(Bild: R. Roth)

Korri  (back)

(Bild: R. Roth)

Zargen nicht rechtwinklig zu Decke und Boden, konisch?, zum Boden hin verjüngt.

Günter Penzel

- von vorn

(Bild: R. Roth)

- von hinten

(Bild: R. Roth)

Christian Sandner

- von vorn

(Bild: R. Roth)

- von hinten

(Bild: R. Roth)

Taco

- von vorn

(Bild: R. Roth)

- von hinten

(Bild: R. Roth)

GEWA-Waldzithern

(Bild: R. Roth)

"GEWA Meisterarbeit aus dem Geigenbauerort Mittenwald im Karwendel"

(Bild: R. Roth)

... werden auch heute noch in dieser Form angeboten -

(Bild: R. Roth)

aber sicher nicht mehr in Mittenwald oder in Adorf hergestellt.

(Bild: R. Roth)

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namenlos 01

(Bild: R. Roth)

namenlos 02

(Bild: R. Roth)

Diese rassige Brasilianerin wurde verkauft von Bazar Roeber, Ijuhy ...

(Bild: R. Roth)

Ijuhy (heute: Ijui) ist eine Stadt im südlichsten brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul und wurde 1890 als Kolonie Ijuhy von deutschen Einwanderern gegründet.

(Bild: R. Roth)

namenlos 03

jetzt auch Leih-Waldzither beim Waldzitherverein

(Bild: R.Roth)

... von hinten sieht sie einer meiner Hopfs recht ähnlich

(Bild: R. Roth)

... mit schön verzierter Spielplatte

(Bild: R. Roth)

... den asymetrisch geschwungenen Fensterkopf und die dreiteilige Halskonstruktion mit dem Mittelteil aus Schichtholz kenne ich auch von Hopf- und Dofra-Instrumenten

(Bild: R. Roth)

namenlos 04

sieht - bis auf den Plexiglas-Steg - der Original Hopf ähnlich, die ich dem Waldzitherverein geschenkt habe

(Bild: R. Roth)

(Bild: R. Roth)

(Bild: R. Roth)

... auch von hinten

(Bild: R. Roth)

(Bild: R. Roth)

weil ich nicht weiß, ob Keller der Name des Herstellers oder der des Käufers ist, ob das Instrument im Keller gespielt werden sollte oder im Kellerwald gebaut wurde - also eine Kellerwald-Zither wäre - steht sie hier bei den namenlosen

(Bild: R. Roth)

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Meine erste Dofra spiele ich seit 2009.

(Bild: R. Roth)

geschwungene Fensterkopfplatte, schön geriegelter flacher Boden

(Bild: R. Roth)

meine zweite Dofra hatte nur Deko-Qualität

(Bild: R. Roth)

die dritte fand einen neuen Spieler

(Bild: R.Roth)

und hat einen mehrteiligen, gewölbten Boden wie eine "portugiesische" Mandoline oder Mandola

(Bild: R. Roth)

und auch ein "Hamburger Modell" (Mitte) hatte Dofra im Programm

(Bild: R. Roth)

3 Dofras von hinten

(Bild: R. Roth)

meine Dofra Mandola habe ich mit 8 Waldzithersaiten bespannt (ohne die tiefe "C") und so zu einer Harzzitherartigen (Stimmung GG cc ee gg) umfunktioniert

(Bild: R. Roth)

... die "Harzola" von hinten

(Bild: R. Roth)

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Diese vogtländische
Tenor-Waldzither ...

(Bild: R. Roth)

... von C.A.Wunderlich / "Cea" ist deutlich kleiner als meine übrigen Tenor-Waldzitern:

(Bild: R.Roth)

Gesamtlänge: ca. 74 cm
(normal: ca. 80 cm)
Mensur: ca. 42,5 cm
(normal: 46-47 cm)

(Bild: R. Roth)

Ich werde normale C-Dur Saiten aufziehen und sie einen Ganzton höher in D-Dur stimmen.

(Bild: R. Roth)

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1. "Elitaria"
stark verbastelt
Mensur: 50 cm
G-Dur / Optima

2. Korri
"ge-Kaul-t"
Mensur: 46,5 cm
C-Dur / Lenzner

3. C.A.Wunderlich
Mensur: 42,5 cm
D-Dur / Lenzner

(Bild: R.Roth)

... von hinten

(Bild: R. Roth)

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Neben Waldzithern baute "C. H. Böhm" in Hamburg auch Mandolinen mit Fächermechanik (Mitte), die er "Walddoline" nannte.

(Bild: R. Roth)

(Bild: R. Roth)

(Bild: R. Roth)

Der in Thüringen geborene Böhm kombinierte Korpusform und -design von portugiesischen Gitarren (Fado-Gitarren) mit der neunsaitigen in C-Dur gestimmten Tenorwaldzither seiner Heimat und "erfand" so die Waldzither des 20. Jahrhunderts. Er bot zu seinem neuen Instrument nicht nur Schule, Kurs und Liederbücher an und stellte für Anfänger Leihinstrumente zur Verfügung, er gründete auch einen Waldzither-Verein, mit dem er musikalische Wanderungen und Ausflüge in Hamburg und Umgebung unternahm. Mehr dazu findet man bei Martina Rosenberger und Norbert Feinendegen, die die Geschichte der Waldzither intensiv erforschten und erforschen.     (Bild: R. Roth)

Sechs Waldzithern und eine Walddoline von C. H. BÖHM haben bis heute den Weg in meine kleine Zupfinstrumenten-Sammlung gefunden.

(Bild: R. Roth)

Da BÖHM immer wieder Schalllochverzierungen, Randeinlagen und vor allem das Design der Etiketten in den Instrumenten geändert hat, lässt sich, dank der Forschungen und Veröffentlichungen von Martina Rosenberger und vor allem von Norbert Feinendegen, das Alter bzw. Baujahr eines alten Böhm Instruments recht gut bestimmten Zeiträumen zuordnen.

(Bild: R. Roth)

Diese beiden - eine "No. 1" mit Ahornkorpus und eine "No. 2" mit Palisanderkorpus und Perlmutt-Verzierungen ums Schalloch und auf dem Griffbrett - sind wohl die ältesten Instrumente meiner Sammlung. Das schwarze Etikett mit der Aufschrift: "Waldzither (gebogen) / Fabrik / C. H. BÖHM / SPEC. WALDZITHERN / (WALDDOLINEN) / gesetzl. geschützt / HAMBURG 5." spricht dafür, dass diese Instrumente zwischen 1905 und 1907 gebaut/verkauft wurden.

(Bild: R. Roth)

Diese beiden - eine "No. 2" mit Palisanderkorpus und Perlmutt-Verzierungen ums Schallloch und auf dem Griffbrett und eine "No. 1 C" mit Kirschbaumkorpus und Perlmuttverzierungen ums Schallloch (nur teilweise erhalten) - tragen das Etikett mit der Aufschrift: <<C.H.BÖHM / Hamburg 5, Steintorweg 2 / FERNSPRECHER: ALSTER 6825 / Erster und alleiniger Fabrikant der berühmten / Böhm's Waldzither und / Gegr.   Walddoline   1897 / Vor Nachahmungen wird dringend gewarnt>> und dürften demnach zwischen 1919 und 1924 gebaut/verkauft worden sein.

(Bild: R. Roth)

Zwei Waldzithern - eine "No.1 B" mit Ahornkorpus und Perlmutteinlagen ums Schallloch und eine "No. 1 A" aus Ahorn und ohne die beiden äußeren Zierringe ums Schallloch - tragen das Etikett mit der Aufschrift: <<C.H.BÖHM / Hamburg5,Steintorweg2 / GEGR: 1897  FERNSPRECHER: ALSTER 6825  GEGR. 1897 / Böhm-Waldzither / Erster und alleiniger Fabrikant / der berühmten / "Böhm-Waldzither" u. "Walddoline" / Vor Nachahmungen wird gewarnt!>> und dürften demnach aus den Jahren 1925 bis 1936 stammen. Die Walddoline No. 1 hat das gleiche Etikett - mit <Walddoline> statt <.Böhm-Waldzither> und dürfte aus dem gleichen Zeitraum stammen.

(Bild: R. Roth)

hier die "Böhm-Waldzither" mit den fehlenden äußeren Zierringen

(Bild: R. Roth)

(Bild: R. Roth)

Die "No. 2" mit der Aufschrift "Böhm's Waldziter und / Walddoline" im weißen Feld auf dem schwarzen Etikett. Diese Modelle werden auf dem Gebrauchtmarkt dann gerne als "Waldzither und Walddoline" angeboten, obwohl es sich eindeutig um Waldzithern (mit 9 Saiten) und nicht um Böhms Mandoline (mit 8 Saiten) handelt.

(Bild: R. Roth)

(Bild: R. Roth)

(Bild: R. Roth)

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Das ist die private Websaite von Rudi Roth, Reichenbach (Odenwald), Deutschland.
Kontakt: rudi@waldfolk.de